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Review: MOZA R21 Ultra DD Wheel Base – Ein Kraftpaket mit Identitätskrise

22. Januar 2026
MOZA Racing legt nach. Mit der R21 Ultra schickt der chinesische Hersteller die überarbeitete und deutlich erstarkte Version seiner R21 ins Rennen – und stellt sich damit erneut einem Marktsegment, in dem inzwischen kaum noch Fehler verziehen werden. Die Anforderungen an moderne Wheel Bases sind in den letzten Jahren massiv gestiegen: Rohleistung allein reicht längst nicht mehr aus, gefragt sind Feingefühl, Konstanz und ein stimmiges Gesamtpaket. Genau an diesem Punkt will MOZA mit der R21 Ultra angreifen.

Der erste Blick auf das Preiss­child lässt aufhorchen. MOZA platziert die Base extrem aggres­siv. Für CHF 799.95 bekommt man hier sat­te 21 New­ton­meter Drehmo­ment. Das ist eine Ansage, wenn man bedenkt, dass die Konkur­renz von Simag­ic, Asetek oder VRS für das­selbe Geld oft nur Bases im Bere­ich von 12 bis 15 New­ton­metern anbi­etet. Rein auf dem Papi­er gewin­nt MOZA den «Franken pro Newtonmeter»-Vergleich also haushoch. Aber Kraft ist im Sim­rac­ing längst nicht mehr alles.

Rein äusser­lich hat MOZA die Hausauf­gaben gemacht. Das klo­bige Design der Vorgänger (R16/R21) ist Geschichte. Die Ultra-Ver­sion wirkt kom­pak­ter, reifer und durch das CNC-gefräste Alu­mini­umge­häuse deut­lich hochw­er­tiger, auch wenn die Kun­st­stof­fab­deck­ung auf der Rück­seite den Pre­mi­um-Ein­druck min­i­mal trübt. Ein riesiger Plus­punkt ist die neue Flex­i­bil­ität bei der Mon­tage: Egal ob Front-Mount, Side-Mount oder klas­sisch von unten – die Base passt ohne Adapter­stress an fast jedes Rig. Doch schon beim Aus­pack­en fällt ein Sicher­heits­man­ko auf: Bei einem 21-Nm-Mon­ster, das einem prob­lem­los die Hand brechen kann, gehört ein Not-Aus-Schal­ter eigentlich in den Liefer­um­fang. Bei MOZA muss man diesen extra kaufen und anschliessen – das ist Sparen am falschen Ende.

Geschlossenes Ökosys­tem statt High-End-Frei­heit
Tech­nisch gese­hen ist die grösste Schwach­stelle der R21 Ultra jedoch das fehlende USB-Passthrough. Und das ist der Punkt, an dem die Base in eine Zwick­müh­le gerät. Wer sich eine Wheel­base in dieser Leis­tungsklasse kauft, möchte oft auch absolute High-End-Lenkräder von Drit­ther­stellern wie Cube Con­trols oder Asch­er Rac­ing nutzen. Da die MOZA-Base aber keinen USB-Port besitzt, der Sig­nale durch den Quick-Release zum PC durch­schleift, ist man gezwun­gen, ein sep­a­rates Spi­ralk­a­bel vom Lenkrad zum PC zu leg­en. Das wirkt in dieser Preisklasse ver­al­tet und ist bei Konkur­renten wie Simag­ic oder Asetek bess­er gelöst. Man ist also fak­tisch dazu gedrängt, im MOZA-Ökosys­tem zu bleiben, wenn man kabel­los fahren will – und MOZAs Lenkräder sind gut, aber eben noch nicht auf dem absoluten «High-End»-Level der Base selb­st.

Sobald man auf die Strecke geht, zeigt die R21 Ultra aber ihre Zähne – und zwar im pos­i­tiv­en Sinne. Das Fahrge­fühl hat einen gewalti­gen Sprung nach vorne gemacht. Wer ältere MOZA-Bases ken­nt, erin­nert sich vielle­icht an ein leicht «robo­tis­ches» oder körniges Gefühl im Force Feed­back, das man oft mit viel Soft­ware-Fil­tern glat­tbügeln musste. Das ist vor­bei. Der neue Motor mit «Zero-Cogging»-Technologie und der hochau­flösende Encoder liefern ein extrem geschmei­di­ges, aber den­noch detail­re­ich­es Feed­back. Man spürt die Fahrbah­n­tex­turen und Curbs klar­er, ohne dass man die Sig­nale in der Soft­ware kün­stlich weich­spülen muss. Die Base agiert kon­sis­tent über ver­schiedene Sim­u­la­tio­nen hin­weg, egal ob in ACC, iRac­ing oder Le Mans Ulti­mate.

Es gibt allerd­ings einen Hak­en bei der schieren Grösse des Motors: die Massen­trägheit. Viele Sim­rac­er kaufen starke Bases, um sie dann gedrosselt zu fahren, um «Reser­ven» zu haben (Head­room). Doch im Test zeigte sich, dass die R21 Ultra, wenn man sie beispiel­sweise auf 12 New­ton­meter begren­zt, deut­lich träger und weniger lebendig wirkt als eine Base, die nativ für 12 New­ton­meter gebaut wurde, wie etwa die MOZA R12. Die schwere Welle des grossen Motors schluckt bei niedri­gen Kräften feine Details. Das bedeutet im Klar­text: Wer nicht vorhat, die brachiale Gewalt von 15 bis 21 New­ton­metern auch wirk­lich zu nutzen, kauft sich mit der R21 Ultra eigentlich ein schlechteres Fahrge­fühl ein, als er mit ein­er kleineren, agileren Base hätte.

Pit House: Endlich eine Soft­ware auf Augen­höhe
Die Soft­ware «Pit House» ver­di­ent mit­tler­weile Lob. Sie ist ver­ständlich­er gewor­den und bietet mit dem neuen Force-Feed­back-Equal­iz­er ein mächtiges Werkzeug, um bes­timmte Fre­quen­zen – etwa das Rumpeln von Curbs – gezielt zu ver­stärken, ohne das Lenkrad unruhig wer­den zu lassen. Auch die neuen «Low Fre­quen­cy Effects», die Vibra­tio­nen wie Schalt­stösse direkt über die Base simulieren, sind ein nettes Gim­mick für mehr Immer­sion, erset­zen aber keinen echt­en Bass-Shak­er am Sitz.

Was bleibt also als Faz­it? Die MOZA R21 Ultra ist für ihren Preis ein beein­druck­endes Stück Tech­nik. Sie bietet brachiale Leis­tung und ein mit­tler­weile sehr feines Fahrge­fühl für ver­gle­ich­sweise wenig Geld. Sie sitzt jedoch in ein­er selt­samen Nis­che: Sie ist eigentlich zu stark für den Durch­schnittsnutzer (der mit ein­er R12 glück­lich­er wäre) und bietet gle­ichzeit­ig nicht die offe­nen Schnittstellen (USB-Passthrough), die der absolute Enthu­si­ast für seine Cus­tom-Lenkräder braucht. Wer jedoch tief im MOZA-Ökosys­tem steckt, keine Fremd-Lenkräder nutzt und ein­fach max­i­male Pow­er für sein Geld will, für den ist die R21 Ultra aktuell konkur­ren­z­los gün­stig.

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