Le Mans Ultimate sprengt seine Grenzen mit dem neuen US Track Pass
Wer in Le Mans Ultimate bisher nordamerikanischen Asphalt unter die Slicks nehmen wollte, war auf Sebring und die oft polarisierende Strecke in Austin (COTA) beschränkt. Die streng an die WEC gebundene Streckenauswahl sorgte zwar für absoluten Realismus bei der Nachstellung der echten Meisterschaft, liess aber den Wunsch nach mehr fahrerischer Abwechslung offen. Die Ankündigung des US Track Pass ist deshalb ein echter Gamechanger für die Simulation. Dass die Entwickler sich nun von den reinen ACO-Strecken lösen, öffnet die Tür für eine gigantische spielerische Vielfalt. Von den insgesamt sechs versprochenen Kursen wurden die ersten beiden Schwergewichte bereits enthüllt: Der Daytona International Speedway und der WeatherTech Raceway Laguna Seca. Diese sollen voraussichtlich zusammen mit dem nächsten grossen Update auf die Version 1.4 erscheinen.
Der Blick in die Glaskugel: Wann geht es los?
Auch wenn offizielle Release-Daten und Preise für den kostenpflichtigen Season Pass noch nicht in Stein gemeisselt sind, liefert der erst kürzlich veröffentlichte Multiplayer-Kalender von Le Mans Ultimate verräterische Hinweise. Dort finden sich für die kommenden Monate auffällig viele Events, die schlichtweg mit «TBA» (To Be Announced) markiert sind. Das erste dieser noch geheimen Special Events ist bereits für den 28. Juli terminiert, gefolgt von weiteren mysteriösen Platzhaltern im August, September, Oktober und Dezember. Wer Eins und Eins zusammenzählt, erkennt hier ganz klar die geplante Roadmap. Wir können stark davon ausgehen, dass Daytona und Laguna Seca noch vor Ende Juli in unseren Cockpits ankommen, während die restlichen vier Strecken dann wahrscheinlich im Doppelpack über den Herbst verteilt nachgereicht werden.
Ein IMSA-Feeling ohne offiziellen Stempel
Was uns bei dieser Ankündigung aus einer rein fachlichen Perspektive sofort ins Auge gestochen ist: Die offizielle IMSA-Marke glänzt durch komplette Abwesenheit. Das bedeutet im Klartext, dass wir zwar die legendären amerikanischen Strecken bekommen, das Ganze aber vermutlich nicht in ein offizielles IMSA-Lizenzgewand mit entsprechenden Bannern und Menüs gehüllt wird. Für uns an den Rigs ändert das am reinen Fahrspass jedoch absolut nichts. Die Hypercars in Le Mans Ultimate sind das technische Äquivalent zu den GTP-Boliden der amerikanischen Serie. Ein 24-Stunden-Rennen in Daytona mit den WEC-Hypercars, LMP2s und GT3-Fahrzeugen aus LMU zu simulieren, bringt uns exakt das Multi-Class-Chaos ins Haus, das wir an der amerikanischen Rennkultur so lieben.

Aerodynamik-Spagat und die legendäre Corkscrew
Aus fahrerischer Sicht bedeutet die Ankunft dieser beiden Strecken eine völlig neue Herausforderung, die unser Setup-Wissen massiv auf die Probe stellen wird. Daytona und Laguna Seca könnten unterschiedlicher kaum sein. In Daytona wirst du gezwungen sein, den Aerodynamik-Widerstand drastisch zu reduzieren, um auf den endlosen Banking-Geraden nicht verhungern zu müssen. Der kritische Punkt wird hier die Bus-Stop-Schikane (die heutige Le Mans Chicane) sein, bei der du das Auto aus Höchstgeschwindigkeit extrem hart abbremsen und aggressiv über die Curbs werfen musst, ohne das stark entlastete Heck zu verlieren.
Laguna Seca hingegen ist eine reine Handling-Strecke, die den Reifenverschleiss im ohnehin schon komplexen LMU-Reifenmodell brutal in die Höhe treiben wird. Die legendäre Corkscrew-Kurve wird mit dem enormen Gewicht und dem massiven Drehmoment eines Hypercars zum ultimativen Test für das Gewichtsverlagerungs-Management. Wer hier die Bremse beim Einlenken in den blinden Drop nicht extrem sanft löst, verliert unweigerlich die Front und rutscht hilflos in den kalifornischen Sand.










