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Le Mans Ultimate vs. iRacing – was passt am besten zu dir?

28. Januar 2026
Wir leben in einer faszinierenden Zeit für den virtuellen Motorsport. Jahrelang war die Hierarchie in Stein gemeisselt: Wer ernsthaften Wettbewerb suchte, kam an iRacing nicht vorbei. Doch der Markt ist in Bewegung. Mit Le Mans Ultimate (LMU) hat sich ein Herausforderer auf der Startaufstellung platziert, der nicht nur mit der offiziellen Lizenz der FIA World Endurance Championship (WEC) wuchert, sondern auch technologisch neue Akzente setzt.

Bei uns im Shop, wenn wir Kun­den bei der Wahl der passenden Direct-Dri­ve-Base oder der per­fek­ten Ped­a­lerie berat­en, kommt das Gespräch fast zwangsläu­fig auf die Soft­ware. «Lohnt sich das teure Abo noch?» oder «Ist LMU schon konkur­ren­zfähig?» Die Antwort ist kom­plex, denn bei­de Titel bedi­enen mit­tler­weile unter­schiedliche Philoso­phien. Wir haben fast täglich bei­de Sim­u­la­tio­nen im Ein­satz, unzäh­lige Run­den gedreht und das Feed­back der Com­mu­ni­ty analysiert, um dir eine fundierte Entschei­dung­shil­fe zu geben.

Die Philoso­phie der Physik – Ana­lytik gegen Emo­tion
Der vielle­icht tief­greifend­ste Unter­schied offen­bart sich, sobald du die Box­en­gasse ver­lässt und die ersten Curbs attack­ierst. Es ist ein Kampf zweier Force-Feed­back-Philoso­phien.

Le Mans Ulti­mate wird von vie­len als der «mod­erne» Weg­bere­it­er gefeiert. Das Fahrge­fühl ist unglaublich satt, fast schon kör­per­lich. Die Entwick­ler haben es geschafft, Infor­ma­tio­nen an das Lenkrad zu senden, die im echt­en Auto eigentlich über das Chas­sis, den Sitz und das «Popome­ter» über­tra­gen wer­den. Du spürst das Gum­mi auf dem Asphalt arbeit­en, du merkst das Schrubben der Reifen in der Kurve und die feinen Vibra­tio­nen des Unter­bo­dens. Dieses «Vol­u­men» im Feed­back sorgt dafür, dass man das Auto intu­itiv abfan­gen kann, wenn das Heck aus­bricht. Es ist verzei­hen­der, nicht weil es ein­fach­er ist, son­dern weil die Kom­mu­nika­tion zwis­chen Auto und Fahrer detail­liert­er abläuft. Wer von Titeln wie Asset­to Cor­sa Com­pe­tizione kommt, wird diese Lebendigkeit lieben.

iRac­ing hinge­gen bleibt sein­er puris­tis­chen Lin­ie treu. Der Sim­u­la­tor überträgt an dein Lenkrad primär nur die Kräfte, die rein physikalisch auch wirk­lich an der Lenksäule eines echt­en Ren­nwa­gens ankom­men wür­den. Das ist tech­nisch gese­hen extrem präzise und «sauber», wirkt aber auf viele Umsteiger oft ster­il oder leer. Es fehlen die kün­stlichen Effek­te, die das fehlende G‑Kraft-Gefühl kom­pen­sieren.

Inter­es­sant ist hier­bei die Entwick­lung der Com­mu­ni­ty: Viele iRac­ing-Profis nutzen mit­tler­weile Zusatz­soft­ware wie die «MAIRA App» oder rüsten ihre Rigs mit Bass-Shak­ern (Kör­per­schall­wan­dlern) auf, um genau dieses fehlende Feed­back, das LMU ab Werk liefert, zurück­zu­holen. iRac­ing ver­langt von dir eine sehr präzise, fast chirur­gis­che Fahrweise, während LMU dich dazu ein­lädt, das Auto auch mal aggres­siv über die Curbs zu wer­fen.

Der Online-Wet­tbe­werb und der «Net­code-Fak­tor»
Für die meis­ten Sim­rac­er ist der Mul­ti­play­er-Modus das Herzstück. Und hier muss man dif­feren­zieren zwis­chen Quan­tität und Qual­ität der Verbindung.

Wenn es um die Ver­füg­barkeit von Ren­nen geht, bleibt iRac­ing der unange­focht­ene Platzhirsch. Das Sys­tem ist gnaden­los effizient. Egal ob du ein Frühauf­ste­her bist oder deine Run­den nachts um 3:00 Uhr drehen willst – du find­est ein Ren­nen. Und noch wichtiger: Durch die riesige Spieler­ba­sis (iRat­ing) lan­d­est du fast immer in einem “Split” mit Fahrern, die auf die Zehn­telsekunde genau deinen Speed haben. Das garantiert span­nende Kämpfe im gesamten Feld.

Le Mans Ulti­mate hat hier noch das Nach­se­hen. Zwar funk­tion­iert das Rank­ing-Sys­tem (Fahrer- und Sicher­heitswer­tung) ähn­lich gut, aber die Spieler­ba­sis ist klein­er. Zur europäis­chen «Prime Time» am Abend sind die Serv­er voll und das Erleb­nis ist fan­tastisch. Doch wer zu Randzeit­en fährt, find­et sich oft in fast leeren Lob­bys wieder oder muss gegen Geg­n­er fahren, die entwed­er viel zu schnell oder viel zu langsam sind, weil nicht genug Spiel­er für mehrere Splits online sind.

Aber – und das ist ein gross­es Aber – LMU punk­tet beim soge­nan­nten Net­code. Wer Motor­sport liebt, weiss, dass Kon­takt dazu gehört. In LMU ist das «Tür-an-Tür»-Fahren erstaunlich sta­bil. Man kann sich anlehnen, man kann Stossstange an Stossstange fahren, ohne dass die Physik-Engine kol­la­biert. In iRac­ing hinge­gen herrscht oft die Angst vor dem «Net­code-Ghost»: Eine Berührung, die auf deinem Bild­schirm gar nicht stattge­fun­den hat, kann bei­de Autos in die Leit­planke befördern. Das macht den Nahkampf in LMU für viele deut­lich entspan­nter und spas­siger.

Con­tent-Tiefe vs. Con­tent-Bre­ite
Was möcht­est du fahren? Diese Frage allein kön­nte deine Entschei­dung bere­its fällen.

Le Mans Ulti­mate ist ein hochspezial­isiertes Werkzeug. Es bildet die WEC und ELMS ab – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das bedeutet, du bekommst die mod­ern­sten Hyper­cars, LMP2 und GT3-Fahrzeuge in ein­er Detail­ver­liebtheit, die beein­druckt. Hier geht es nicht nur um das Fahren, son­dern auch um die Sys­teme: Das «Vir­tu­al Ener­gy» Man­age­ment der Hyper­cars ist per­fekt imple­men­tiert und zwingt dich dazu, strate­gisch wie ein echter Langstreck­en­pilot zu denken.

iRac­ing ist der Zehnkämpfer unter den Sim­u­la­tio­nen. Die Band­bre­ite ist schwindel­er­re­gend. Du hast Lust auf Formel 1? Vorhan­den. Lust auf klas­sis­che Touren­wa­gen? Kein Prob­lem. NASCAR auf dem Oval oder Ral­ly­cross im Schlamm? Alles da. Dazu kommt eine Streck­e­nauswahl von über 140 Kursen, die fast jeden rel­e­van­ten Asphalt­streifen dieses Plan­eten abdeckt. Zudem hat iRac­ing mit dem neuen «Tempest»-System beim Wet­ter die Nase vorn. Regen ist hier nicht nur «weniger Grip», son­dern eine dynamis­che physikalis­che Her­aus­forderung, bei der sich Pfützen bilden und die Ide­allinie minütlich ändert. LMU bietet zwar auch Wet­ter­wech­sel, fühlt sich dabei aber noch nicht ganz so lebendig an.

Die Kosten­frage
Als Shop wis­sen wir, dass das Bud­get für das Rig (Wheel­base, Ped­ale, Mon­i­tor) oft schon gross genug ist. Die laufend­en Kosten der Soft­ware sind daher ein entschei­den­der Fak­tor.

iRac­ing ist eine Investi­tion, fast schon ein Hob­by im Hob­by. Es basiert auf einem strik­ten Abo-Mod­ell.

  • Abo-Kosten: Du zahlst monatlich, um über­haupt Zugang zu haben. Je nach Laufzeit (1 Monat bis 2 Jahre) liegt das zwis­chen ca. CHF 10.– und CHF 15.– pro Monat.
  • Con­tent-Kosten: Das eigentliche Geld fliesst in die Inhalte. Jedes Auto kostet ein­ma­lig ca. CHF 12.– bis CHF 14.–, jede Strecke ca. CHF 14.– bis CHF 16.–. Wer eine kom­plette GT3-Sai­son mit­fahren will, muss also oft erst ein­mal Streck­en im Wert von über 100 CHF kaufen. Langfristig geben iRac­ing-Nutzer oft über 1000 CHF für Inhalte aus.

Le Mans Ulti­mate ist hier der Preis-Leis­tungs-Sieger.

  • Basis­preis: Das Spiel kostet als «Ear­ly Access» bzw. Vol­lver­sion ein­ma­lig rund CHF 35.– bis CHF 40.–
  • DLCs: Für die neuesten Saisons (2024/2025 Pakete) fall­en Kosten an, die sich meist im Rah­men von CHF 15.– bis CHF 45.– bewe­gen, je nach Umfang.
  • Optionales Abo: Es gibt zwar einen Abo-Ser­vice für spezielle Online-Events, dieser ist aber keine Pflicht, um das Spiel grund­sät­zlich online zu nutzen.
  • Für unter CHF 100.– bekommst du hier also ein Paket, das dich monate­lang beschäfti­gen kann, ohne dass du ständig die Kred­itkarte zück­en musst.

 

Le Mans Ultimate

Ab ca. CHF 15.– (Ein­malka­uf)
  • Atmo­sphäre pur: Per­fekt für WEC, Pro­to­typen & GT3.
  • Sattes Feed­back: Mod­ernes FFB, fühlt sich sofort «echt» an.
  • Zeit­fen­ster: Ide­al für Ren­nen am Abend (Prime-Time).
  • Bud­get: Viel Sim­u­la­tion für wenig Geld (kein Abo).

iRacing

Ab ca. CHF 12.– / Monat + Con­tent
  • Max­i­male Vielfalt: Formel 1, Oval, Dirt, GT3 – alles drin.
  • 24/7 Action: Volle Starter­felder, egal wann du fährst.
  • Wet­ter-König: Das «Tempest»-System ist ungeschla­gen.
  • Wet­tbe­werb: Wenn du das beste Rank­ing-Sys­tem suchst.

Siehe auch